Lippensynchronität bedeutet in Yeşilçam Animation: Das Videomodell bewegt den Mund der sprechenden Figur, und die Zeile wird anschließend mit der festen Stimme genau dieser Figur vertont und Wort für Wort an die Mundbewegung angepasst. So klingt jede Figur in jeder Szene gleich, und Mund und Stimme passen zusammen. Diese Anleitung erklärt, wie das abläuft, wie Sie Stimmen auswählen und wie Sie Dialoge schreiben, die dabei gut funktionieren.

Wo Lippensynchronität gilt

Die lippensynchrone Vertonung gilt für den Dialog in den acht Stilen der Cinemation-Familie, die mit einem Videomodell arbeiten: Wuxiamation, Celmation, Neonmation, Toymation, Toonmation, Claymation, Postermation und Panelmation. Shadowmation und Pixelmation zeichnet dagegen eine 2,5D-Animations-Engine: Ihre Dialogzeilen werden ebenfalls mit der festen Stimme jeder Figur vertont, und Untertitel zeigen den Sprecher, es gibt aber keine Mundanimation und keine Clipprüfung. Voraussetzung ist, dass Sie unter „Sprache“ den Modus Dialog oder Beides eingestellt haben und Ihre Figuren im Bereich „Figuren“ Namen tragen. Die Erzählstimme im Modus Erzähler gehört zu niemandem im Bild und braucht deshalb keine Mundbewegung.

So funktioniert es: vom Clip zur passenden Stimme

  1. Die Szene entsteht. Das Videomodell erzeugt den Clip, in dem die sprechende Figur den Mund bewegt.
  2. Die Zeile wird vertont. Ein Sprachmodell spricht die Zeile in der festen Stimme dieser Figur – der Stimme, die Sie ihr zugewiesen haben oder die automatisch gewählt wurde.
  3. Wortzeiten werden ermittelt. Die gesprochene Zeile wird transkribiert, um zu wissen, wann welches Wort beginnt und endet.
  4. Die Zeile wird ausgerichtet. Die ganze Zeile wird zeitlich so gedehnt oder gestaucht, dass sie zur Mundbewegung passt. Sie wird dabei nicht pro Wort zerschnitten – deshalb gibt es keine abgeschnittenen Satzenden.

Der Vorteil dieses Ansatzes: Die Stimme bleibt die Stimme der Figur. Würde jeder Clip seine eigene Stimme mitbringen, klänge dieselbe Figur in Szene drei womöglich anders als in Szene eins. Hier ist die Stimme pro Figur festgelegt, und die Anpassung passiert im Timing.

Stimmen auswählen

Jede Figur hat unter „Stimme“ eine Auswahl. Standard ist „Stimme: automatisch“ – dann bekommt die Figur eine passende Stimme zugeteilt. Sie können aber auch gezielt aus männlichen und weiblichen Stimmen wählen. Ein paar Überlegungen helfen bei der Wahl:

  • Kontrast zwischen Figuren. Wenn zwei Figuren oft nacheinander sprechen, sollten ihre Stimmen deutlich verschieden klingen. Das hilft dem Publikum mehr als jede Beschriftung.
  • Stimme zur Erscheinung. Ein kleiner Roboter, eine alte Kapitänin, ein junger Held – wählen Sie eine Stimme, die zum Aussehen passt, das Sie beschrieben oder hochgeladen haben.
  • Erzählstimme abgrenzen. Im Modus Beides sollte die „Erzählstimme“ sich von den Figurenstimmen unterscheiden, damit klar bleibt, wer erzählt und wer spricht.
  • Automatisch als Startpunkt. Für einen ersten Test ist die automatische Wahl völlig in Ordnung. Wenn Ihnen eine Stimme nicht gefällt, legen Sie sie beim nächsten Durchgang fest.

Warum Stimmen über Szenen gleich bleiben

In einem Film mit sechs oder acht Szenen spricht dieselbe Figur mehrmals. Das Publikum erkennt Figuren nicht nur am Aussehen, sondern auch am Klang. Deshalb ist die Stimme in Yeşilçam Studios an die Figur gebunden, nicht an die Szene. Zusammen mit dem Aussehen aus Beschreibung oder Referenzbild – siehe Eigene Figuren zur KI Animation hinzufügen – entsteht so eine Figur, die sich durch den ganzen Film zieht.

Best Practices für lippensynchrone Dialoge

  • Eine Zeile, ein Sprecher. Jede Dialogzeile gehört genau einer Figur. Beim Selbstschreiben wählen Sie sie unter „Sprecher“.
  • Zeilenlänge an die Szene anpassen. Da die ganze Zeile an die Mundbewegung angepasst wird, wirken sehr lange Zeilen in kurzen Szenen gehetzt. Mehrere kurze Zeilen sind besser als eine lange.
  • Sprechende Figur ins Bild schreiben. Beschreiben Sie in Ihrer Geschichte, wer mit wem spricht. So ist die sprechende Figur im Clip auch sichtbar.
  • Premium für Dialogfilme. In der Premium-Stufe wird jeder Clip automatisch Bild für Bild auf grobe Fehler geprüft, etwa eine falsche Figur; nur größere Probleme lösen eine Neuerzeugung aus. Bei Panelmation findet die Prüfung außerdem heraus, wo der Kopf jedes Sprechers ist, damit die Sprechblasen auf die richtige Person zeigen.
  • Untertitel für Klarheit. Mit eingeschalteten „Untertiteln“ steht im Dialog der Name der sprechenden Figur – hilfreich, wenn viele ohne Ton schauen.

Schritt für Schritt: ein Dialogfilm mit festen Stimmen

  1. Wählen Sie einen Cinemation-Stil, etwa Celmation oder Toymation.
  2. Legen Sie unter „Figuren“ mit „Figur hinzufügen“ zwei bis vier Figuren mit Namen und Aussehen an.
  3. Weisen Sie jeder Figur unter „Stimme“ eine Stimme zu oder lassen Sie „Stimme: automatisch“ stehen.
  4. Stellen Sie „Sprache“ auf Dialog oder Beides.
  5. Lassen Sie den Dialog von der Regie schreiben, schreiben Sie ihn unter „Dialog selbst schreiben“ selbst oder nutzen Sie „Dialog mit Sam schreiben“ – siehe Dialoge schreiben – selbst oder mit KI.
  6. Wählen Sie die Stufe, prüfen Sie die „Geschätzten Kosten“ und klicken Sie auf „Erstellen“.
  7. Kontrollieren Sie in der Vorschau, ob die Stimmen zu den Figuren passen, bevor Sie mit „Video erstellen“ die Datei rendern.

Die Vorschau gezielt prüfen

Achten Sie beim ersten Abspielen auf drei Dinge: Spricht die richtige Figur zur richtigen Zeit? Passt die Stimme zu ihrem Aussehen und Alter? Und wirkt das Tempo der Zeilen natürlich? Wenn eine Figur zu hastig spricht, kürzen Sie beim nächsten Durchgang ihre Zeilen oder verteilen den Inhalt auf zwei Zeilen. Wenn Ihnen eine automatisch gewählte Stimme nicht gefällt, legen Sie sie für die nächste Fassung unter „Stimme“ fest.

Wenn ein Anbieter ausfällt

Die Produktion eines Dialogfilms hängt an mehreren Modellen. Ist ein Videoanbieter nicht erreichbar, wechselt die Produktion automatisch zu einem Ersatzanbieter, damit Ihr Film trotzdem fertig wird. Scheitert eine Arbeit dennoch, wird der volle Betrag Ihrem Guthaben erstattet. Mehr zu den Stilen finden Sie auf /de/animation.

Häufig gestellte Fragen

Klingt eine Figur in jeder Szene gleich? Ja. Jede Figur hat eine feste Stimme, und jede ihrer Zeilen wird in dieser Stimme vertont und an die Mundbewegung angepasst.

Werden Satzenden abgeschnitten, damit die Zeile passt? Nein. Die ganze Zeile wird zeitlich an die Mundbewegung angepasst und nicht pro Wort zerschnitten, deshalb bleiben die Satzenden erhalten.

In welchen Stilen gibt es Lippensynchronität? Im Dialog der acht Cinemation-Stile mit Videomodell, also bei Wuxiamation, Celmation, Neonmation, Toymation, Toonmation, Claymation, Postermation und Panelmation. In Shadowmation und Pixelmation sprechen die Figuren mit fester Stimme und Untertiteln, aber ohne Mundanimation.

Kann ich die Stimme selbst wählen? Ja. Unter „Stimme“ wählen Sie für jede Figur eine männliche oder weibliche Stimme oder lassen sie automatisch bestimmen.