Popbook ist ein interaktives Pop-up-Buch, das Yeşilçam Studios im Browser für Sie erstellt: Sie nennen einen Wert wie Mut, Teilen oder Geduld, und daraus entsteht eine Geschichte, in der Kinder durch Tippen oder über Schaltflächen entscheiden, wie es weitergeht. Am Ende steht eine Frage für das Gespräch in der Familie oder der Klasse. Geteilt wird das Buch per Link – ohne Installation und ohne Anmeldung für die Leserinnen und Leser.
Was Popbook von einem Video unterscheidet
Ein Animationsfilm läuft von Anfang bis Ende durch. Popbook dagegen wartet auf die Kinder. Sie lesen oder hören eine Seite, dann sind sie gefragt: Soll der kleine Roboter die Taschenlampe suchen oder seinen Freund rufen? Diese Entscheidungen machen aus Zuschauern Mitgestaltende. Gerade bei Werten ist das wertvoll, denn Mut oder Geduld werden nicht nur behauptet, sondern im eigenen Handeln ausprobiert. In der Übersicht „Animationsstudios“ ist Popbook deshalb als „Interaktiv“ gekennzeichnet, nicht als „Video“.
Ein Popbook erstellen: Schritt für Schritt
- Öffnen Sie Animation und wählen Sie die Kachel Popbook. Mit „Beispielbuch öffnen“ können Sie vorher ein fertiges Buch ansehen.
- Beantworten Sie die Frage „Was soll die Geschichte lehren?“. Das Beispiel in der App lautet: „Mut — ein kleiner Roboter fürchtet sich im Dunkeln, doch ein Freund hilft.“
- Nennen Sie den Wert zuerst und dann eine kleine Situation. Je konkreter die Situation, desto greifbarer wird die Geschichte.
- Prüfen Sie die „Geschätzten Kosten“ und klicken Sie auf „Erstellen“.
- Öffnen Sie das fertige Buch unter „Meine Arbeiten“ und blättern Sie es selbst einmal komplett durch – auch die verschiedenen Entscheidungswege.
- Stellen Sie unter „Sichtbarkeit“ auf „Öffentlich“ und kopieren Sie den Link mit „Link kopieren“.
Gute Themen für Werteerziehung
Popbook ist für Werte gemacht. Bewährt haben sich Themen, die Kinder aus dem Alltag kennen:
- Mut: Angst vor der Dunkelheit, vor dem ersten Schultag, vor dem Sprung ins Schwimmbecken.
- Teilen: ein Spielzeug, das zwei Kinder gleichzeitig wollen; der letzte Keks.
- Geduld: ein Samen, der nicht sofort wächst; das Warten auf den Geburtstag.
- Freundschaft und Hilfsbereitschaft: jemand Neues in der Gruppe, ein Freund, der Hilfe braucht.
- Ehrlichkeit: eine zerbrochene Vase und die Frage, ob man es zugibt.
Formulieren Sie nur einen Wert pro Buch. Ein Popbook über „Mut, Teilen und Geduld“ auf einmal bleibt oberflächlich; drei Bücher mit je einem Wert führen zu drei besseren Gesprächen.
Die Eingabe gut formulieren
Die Eingabe unter „Was soll die Geschichte lehren?“ ist kurz, aber sie entscheidet über die Qualität des Buches. Eine bewährte Formel lautet: Wert – Figur – Situation – Hilfe oder Wendung. Drei Beispiele:
- „Geduld – ein Igelkind pflanzt einen Samen und will, dass er sofort wächst; die Großmutter zeigt ihm, was in der Erde passiert.“
- „Teilen – zwei Eichhörnchen finden gleichzeitig die letzte Nuss vor dem Winter.“
- „Ehrlichkeit – eine kleine Katze zerbricht die Lieblingstasse ihres Vaters und überlegt, ob sie es sagt.“
Denken Sie beim Formulieren an das Alter Ihrer Kinder. Für die Kita reicht eine einfache Situation mit einer klaren Entscheidung; für die Grundschule darf die Wendung ruhig etwas kniffliger sein, damit es in der Abschlussfrage etwas zu diskutieren gibt. Vermeiden Sie Themen, die für einzelne Kinder belastend sein könnten, oder besprechen Sie sie vorher mit der Klasse.
Popbook im Klassenzimmer
Im Unterricht lässt sich Popbook auf verschiedene Arten einsetzen:
- Gemeinsam am Whiteboard: Die Klasse liest zusammen, und bei jeder Entscheidung wird abgestimmt. Die Mehrheit bestimmt den Weg – und danach wird besprochen, warum.
- In Kleingruppen: Jede Gruppe öffnet den Link auf einem Tablet, trifft eigene Entscheidungen und berichtet anschließend, wohin ihr Weg geführt hat.
- Als Einstieg in ein Thema: Das Buch eröffnet die Stunde, die Abschlussfrage leitet direkt ins Gespräch über.
- Als Hausaufgabe mit Familie: Der Link geht nach Hause, Kind und Eltern lesen gemeinsam und beantworten die Schlussfrage zusammen.
Die Frage am Ende ist das Herzstück für den Unterricht. Sie verbindet die Geschichte mit dem Leben der Kinder: „Wann hattest du schon einmal Angst – und wer hat dir geholfen?“ Planen Sie für dieses Gespräch mehr Zeit ein als für das Lesen selbst.
Popbook in der Familie
Zu Hause funktioniert Popbook als Gute-Nacht-Geschichte mit Mitbestimmung. Kleinere Kinder drücken die Schaltflächen, größere tippen ihre Antworten. Weil das Buch per Link geöffnet wird, können Sie es auch Großeltern oder Freunden schicken. Ein Tipp: Lesen Sie das Buch zweimal mit unterschiedlichen Entscheidungen. Kinder merken schnell, dass ihre Wahl die Geschichte verändert – und genau darüber lässt sich gut reden.
Teilen und Privatsphäre
Unter „Sichtbarkeit“ haben Sie zwei Einstellungen. „Privat“ bedeutet: „Nur du siehst dieses Buch.“ „Öffentlich“ bedeutet: „Jeder mit dem Link kann es ohne Anmeldung lesen.“ Für die Klasse ist das praktisch, denn Kinder brauchen kein Konto. Wenn eine Einheit abgeschlossen ist, beenden Sie die Freigabe mit „Teilen beenden“; wer den Link danach öffnet, sieht den Hinweis „Dieser Link ist nicht mehr geöffnet.“ Verwenden Sie in der Geschichte keine echten Namen von Kindern – erfundene Figuren wie der kleine Roboter reichen völlig.
Popbook ist einer von 19 Stilen in Yeşilçam Animation. Wenn Sie statt eines Buches ein Konzept zum Erforschen brauchen, lesen Sie Interaktive Labore mit Labmation; einen Überblick über alle Stile gibt Den richtigen Animationsstil wählen und die Seite /de/animation.
Häufig gestellte Fragen
Brauchen Kinder ein Konto, um ein Popbook zu lesen? Nein. Ist das Buch auf „Öffentlich“ gestellt, kann jeder mit dem Link es ohne Anmeldung lesen.
Wie treffen Kinder ihre Entscheidungen? Durch Tippen oder über Schaltflächen im Buch. Die Geschichte reagiert auf ihre Wahl.
Gibt es in Popbook Dialog oder Figurenstimmen? Nein. In Popbook ist der Text selbst der Inhalt, deshalb gibt es keine Dialogeinstellungen.
Womit endet ein Popbook? Mit einer Frage, die für das Gespräch in der Familie oder der Klasse gedacht ist.
